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ALFI & HIS FRIENDS

ALFI & HIS FRIENDS
Hey, ich bin Alfi, ein katalanischer Hirtenhund. Mit 9,5 Jahren bin ich zu Paul und Angi gekommen. Vorher war ich im Tierheim. Ich erzähle euch in diesem Comic die Geschichte von meinen Freunden. Jeder hat so seine eigenen Herausforderungen im Leben, und ehrlich gesagt, oft spiegelt sich in deren Geschichte auch meine eigene. Am Anfang habe ich mich riesig gefreut über mein neues Zuhause. Auf dem Spaziergang war ich aber total überfordert. Ich war sehr unruhig und schnell gestresst. Bei Begegnungen mit anderen Hunden, Fahrradfahrern und Joggern bin ich ausgeflippt und in die Leine gesprungen. Ich wollte sie alle wegschnappen. Paul meinte, ich hätte eine posttraumatische Belastungsstörung. Heute fühle ich mich pudelwohl, und die Spaziergänge machen nun richtig Freude. Auch Paul und Angi sind nun lockerer unterwegs.

FINDEL
Findel ist eine gute Freundin von mir. Im Tierheim hat sie sich immer zurückgezogen, sie hat sich nie richtig getraut mit uns in Kontakt zu treten. Auch Menschen gegenüber war sie sehr scheu und hat immer leicht gezittert. Die Menschen haben das jedoch nicht so wahrgenommen, sie fanden Findel mega süss. Auch die Familie Goodwill war sofort verliebt in die Kleine und haben sie mit nach Hause genommen. Ich weiss genau, wie sich Findel damals gefühlt hat. Du kriegst vor lauter neuen Impulsen nichts mehr richtig auf die Reihe. Auch wenn die Impulse gut gemeint sind ist alles einfach zu viel. Findel hat allerdings ganz anders reagiert als ich. Sie hat sich scheu zurückgezogen, sass ständig unter dem schützenden Sofa und hatte keine Freude an Spaziergängen. Paul nennt dies die selbst gewählte Isolation. Er hat dies von anderen Verhaltens Tierarzt Kolleginnen und Kollegen gelernt, auch die lernen am Modell, wie wir Hunde, was der eine macht, macht der andere auch.

RABAUKI zieht an der Leine
Rabauki hiess ursprünglich Bauke. Er ist ein vierjähriger holländischer Hirtenhund und er war immer eher etwas zurückhaltend. Dann wurde er von einem anderen Hund gebissen. Daraufhin wollte er eigentlich lieber gar nicht mehr rausgehen, schon gar nicht auf einen Spaziergang. Im Garten, in seinem vertrauten Umfeld, fühlte er sich wohl. Seine Besitzerin, Frau Nike, wollten aber unbedingt mit ihm joggen gehen. Was ihr eine grosse Freude bereitete war für Rabauki ein riesen Stress. Er durfte nicht schnüffeln wo es interessant war, und er musste schnell in Situationen hineinrennen die er nicht kannte, ja teilweise sogar fürchtete. Jedes Mal, wenn wir ihm auf dem Spaziergang begegnet sind, signalisiert er mir, dass er lieber etwas ruhiger und überlegter seine Umwelt erforschen würde. Paul hat Frau Nike dann geholfen, die Bedürfnisse von Rabauki besser zu erkennen und diese gegenseitig aufeinander abzustimmen. Heute joggt Frau Nike alleine. Der Spaziergang ist nun ein gemeinsames Erlebnis und Rabauki fühlt sich mit der achtsam Leinenführung wohl. Er kann seine Umwelt neu erkunden, so baut er Sicherheit auf um auch in schwierigen Situationen souverän zu reagieren.

ROCKY rockt zu Hause
Rocky kommt aus einem Tierheim in Rumänien. Viel wusste die Familie Balboa nicht über Rocky. Er hatte grosse Schwierigkeiten sich in der Vierzimmerwohnung zurechtzufinden. Wahrscheinlich lebte Rocky vorher draussen in einem grossen Zwinger mit anderen Hunden zusammen. In der Zwischenzeit geht das Leben zu Hause schon recht gut. Rocky hat seinen Lieblingsplatz mit einer Hundebox und er muss nicht mehr ständig den Ausgang suchen und an der Türe kratzen. Die Familie Balboa ist sehr führsorglich zu ihm. Verlassen Sie allerdings die Wohnung, wird Rocky zur Furie und zerlegt Kissen und Vorhänge in Einzelteile. Paul hat mit der Familie Balboa nun ein kleinschrittiges Desensibilisierungsprogramm aufgebaut und Rocky lernt nun langsam alleine zu sein.

OLDIE GOLDIE
Frau Althaus und ihre 15-jährige Golden Retriever Dame Goldie. Die zwei kennen alle im Quartier. Goldie hat mich sofort akzeptiert und konnte mich immer beruhigen, damals, als ich noch wie ein Dampfkochtopf unterwegs war. Nun ist Goldie etwas komisch geworden. Sie reagiert anders als sonst. Sie wartet bei der Haustüre oft auf der falschen Seite, und wenn ich ihr begegne, braucht sie einen Moment bis sie mich erkennt. Paul hat lange mit Frau Althaus geredet, und ihr ein Loch in den Bauch gefragt, bevor er die Diagnose Kognitive Dysfunktion stellte. Das ist eine Form von Demenz, die bei einigen Hunden schon im Alter von acht Jahren auftreten kann. Nun entwickelt Goldie auch eine Tag-Nacht-Rythmusstörungen. Frau Althaus erzählt, dass Goldie tagsüber nur noch schlafe und in der Nacht unruhig hin und her laufe. Paul behandelt sie nun mit Medikamenten gegen die Kognitive Dysfunktion und gegen die Tag-Nacht-Rhythmusstörungen. Seitdem ist Goldie klarer im Kopf und Frau Althaus ist auch entspannter, sie kann in der Nacht nun endlich auch wieder durchschlafen.

ZOFF hat Stress beim Tierarzt
Zoff kenne ich schon lange, ihn treffe ich immer wieder mal auf dem Sozial Spaziergang. Er ist sehr dünnhäutig und hat Mühe, wenn Menschen oder Hunde zu schnell auf ihn zu gehen. Ich bin auch immer sehr vorsichtig und langsam im Umgang mit ihm. Ohne klare Beschwichtigungszeichen wird er sofort unsicher. Beim Tierarzt hat er echte Probleme, er lässt sich einfach nicht gerne anfassen und schon gar nicht piksen. Seine Besitzerin führt nun mit ihm das Desensibilisierungs-Programm «Von Kopf bis Fuss» durch. Das ist eine coole Sache. Zoff und seine Besitzerin machen zu Hause Übungen, bei denen jede ausgehaltene Berührung und Manipulation belohnt wird. Das macht Spass und fühlt sich an wie ein Spiel. So lernt Zoff mit tierärztlichen Manipulationen und Interventionen umzugehen. Immer wieder gehen sie auch in die Praxis und üben mit dem Tierarzt was sie zu Hause gelernt haben. So lernt Zoff schrittweise, dass Berührungen und Manipulationen an seinem Körper kein Drama sind. Im vertrauten Rahmen, aber auch im weniger vertrauten. Paul begleitet die drei während dem ganzen Prozess.
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